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Das Gateway

Mit einem Gateway werden in der EDV völlig fremde Computerwelten miteinander verbunden. Weil solch unterschiedliche Computersysteme nicht mit einer unteren OSI Schicht verbunden werden können muss die Datenübertragung über das gesamte OSI Modell erfolgen. Die klassische Verwendung eines Gateways ist beispielsweise die Anbindung an Großrechner oder X.400 Gateways für E-Mail Verbindungen.
Durch die Notwendigkeit eine Übersetzung der ganzen Protokolle, von der Hardware- bis zur Anwendungsschicht, durchführen zu müssen ist klar, dass ein Gateway auf allen OSI Schichten arbeiten muss. Das klassische Beispiel war früher die Anbindung an einen Host (Großrechner, Mainframe). In der Anfangszeit konnte nur auf solche Weise ein Zugriff auf andere Rechner erfolgen.  
Hierzu waren zwei separate Rechner notwendig, die miteinander vernetzt waren, auf dem einen lief die Applikation für das PC-Netzwerk, auf dem anderen Rechner lief die Applikation für den Host. Solche Lösungen waren überall zu finden wo Host Rechner zum Einsatz kamen. 

Bei der Verwendung als E-Mail Gateway lief auf einem einzigen speziellen Rechner die passende Gateway Software (X.400).

IBM hatte auch eine andere sehr bekannte Lösung, die als 3270 in die Geschichte einging. Hier war nur noch ein Rechner mit Steckkarte nötig.

Schnell wurde beim Einsatz solcher Gateway Lösungen klar, dass der Einsatz von zwei Rechnern ungeschickt war. Als Lösung kamen solche Einsteckkarten zum Einsatz. Auf dem Rechner lief zusätzlich eine spezielle Software für den PC Bereich, die Protokollumsetzung für die andere Welt (IBM AS/400) lief separat auf dieser Karte. Solche Lösungen gab es auch für Novell Server zur Anbindung eines Hosts. 

Funktionsweise

Die Funktionsweise eines Gateways ist eigentlich schnell erklärt. Es dient als Dolmetscher zwischen zwei Welten und übersetzt das gesamte OSI Modell von einer Welt, etwa einem PC Netz in eine andere Welt etwa SUN, DEC, IBM usw. Nehmen wir das klassische Beispiel, eine Anbindung an eine IBM AS/400 aus einem PC Netzwerk. Die AS/400 arbeitet beispielsweise nach dem EBCDIC (sprich Äpsdick) Code wohingegen die PC nach dem bekanten ASCII Code arbeiten. Demzufolge müssen über alle OSI Schichten aus EBCDIC Code ASCII Code gemacht werden. Das ist gleichzeitig eine der größten Schwachstellen eines Gateways. Es kann normalerweise nur eine Anwendung laufen, also übersetzt werden. Sollen mehrere Dienste im Netzwerk angeboten werden sind mehrere Gateways einzusetzen. Typische Vertreter sind FTP-Dienste, Dateizugriffe, Mail-Dienste usw. Heute werden selbstverständlich einige Dienste kombiniert, es sind allerdings immer noch separate Rechner notwendig.

Anwendungen

  • Großrechneranbindung (Cluster Controller erforderlich)
  • Anbindung an Mittlere Datentechnik z.B. IBM AS/400
  • Einsatz zur Absicherung (Firewall)

Vorteile

  • Anbindung an völlig fremde Rechnerwelten möglich
  • Vollständige Protokollumsetzung

Nachteile

  • Teilweise extrem teuer
  • Normalerweise ist für jeden Dienst ein separater Rechner notwendig
  • Erhebliches Fachwissen notwendig