Hardware
In der ersten Tagen der Personal Computer waren diese ab Werk nicht für eine Anbindung
an ein Netzwerk vorgesehen. Aus diesem Grunde wurden die Netzwerkkarten auch nur optional
angeboten. Dies hat sich bis heute kaum geändert. Auch in den heutigen Tagen müssen Sie
in den meisten Fällen eine Netzwerkkarte bestellen, wenn Sie den Rechner an das Netzwerk
anbinden wollen. Dass es auch anders ging bewiesen diverse andere Hersteller
beispielsweise Apple mit seinem Macintosh, welcher von Hause aus für eine Netzankopplung
vorgesehen war und heute noch ist.
Beschäftigen wir uns nun mit dem Netzwerkadapter
Die Network Interface Card (NIC) ermöglicht es den Rechnern Zugriff auf andere Rechner
zu nehmen oder Netzwerkressourcen zu nutzen. Damit der angeschlossene Rechner im Netzwerk
eindeutig und unverwechselbar zu unterscheiden ist, wurde definiert, dass jede
Netzwerkkarte eine weltweit einmalige hexadezimale Hardware Adresse erhält. Diese Adresse
wird auch MAC-Adresse genannt (Media Access Control). Eine solche Adresse sollte weltweit
nur einmal vergeben werden und kein zweites mal auftauchen. Jedem Hersteller wurde daher
ein gewisser Bereich dieser Adressen zugewiesen.
Einige Beispiele der zugewiesenen Adressen:
Zu Anfang der Definitionen dachte noch niemand daran, dass der PC solch einen Siegeszug
antreten würde, wie er es dann getan hatte. Als Folge wurde der Adressraum immer kleiner,
da den Herstellern die Adressen ausgingen. Zu dieser Zeit war auch die Firma Novell noch
im Hardwaregeschäft tätig.
Sie hatte unter anderem auch die Firma Eagle mit ins Boot genommen, um den Renner der
Netzwerke herzustellen, die NE (Novell Eagle) 1000 und später die legendäre NE
2000 Netzwerkkarte. Von dieser NE 2000 stammen fast alle Standard Netzwerkkarten
ab. Daher finden Sie heute noch die Aufschrift auf den Netzwerkkarten NE 2000 kompatibel.
Zur damaligen Zeit dachten die Leute von Novell schon weit in die Zukunft und hatten
dafür gesorgt, dass die Physikalische Adresse der NE 2000 Netzwerkkarten steckbar in
einem kleinen Chip hinterlegt wurde. Der Grund dafür war, dass zu jener Zeit die
weltweiten Netzwerke noch überschaubar waren, eine Änderung eines Rechners oder
Austausch der defekten Netzwerkkarte allerdings allen bekannt gemacht werden musste. Durch
das Wechseln der Adresse in eine neue Steckkarte konnte dieses aufwendige Verfahren
eingespart werden.
Zwei Dinge kamen nun zusammen, einerseits stellte Novell die unrentabel gewordene
Hardwareproduktion ein, andererseits verlangte der Markt nach fest in die Netzwerkkarte
gebrannten Adressen, um Missverständnisse im Internet zu erschweren. So verschwanden nach
und nach die legendären NE 2000 Netzwerkkarten. Glücklich sei der Mensch, der noch
welche hat . . .
Es gab regelrechte Kämpfe um freie Adressräume, die Kunden, welche defekte
Netzwerkkarten zurückschickten wurden mit Prämien bedacht usw. Der Autor erinnert sich
an Prämienjäger beim technischen Vertriebspersonal, welches überall dort wo es
auftauchte anbot die alten defekten Netzwerkkarten kostenlos zu entsorgen . . .
Wie Novell ging es auch anderen Firmen, sie zogen sich vom Hardwaregeschäft zurück,
ihr Adresskreis konnte von anderen Herstellern genutzt werden. Durch den Mangel an
Adressen kam es immer wieder einmal vor, dass eine Adresse wiederholt vergeben wurde.
Solange nicht beide Rechner im gleichen Netzwerk erreichbar waren gab es keine Probleme.
Es gab allerdings dann erhebliche Probleme, wenn beide Rechner im Internet erreichbar
waren. Da die Rechner letztendlich durch die MAC-Adresse unterschieden wurden kam es dann
zur Katastrophe, wenn es sich bei den beiden Adressen beispielsweise um Internet Server
oder Router handelte.
Solche "Unfälle" wurden nicht selten gerichtlich gelöst. Letztendlich
konnten die Probleme erst dadurch gelöst werden, dass die Definitionen abgeändert
wurden. Die MAC Adressen durften bekanntlich nur ein einziges mal vergeben werden.