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Unsere VDE-Regeln sind nicht nur für die EDV-Branche
gemacht worden. Warum sollen auch alle Gebäude “auf Verdacht” nach
elektrischen Regeln verdrahtet werden, die nur dann nötig sind, wenn der
Bewohner eine umfangreiche EDV-Installation beabsichtigt? Es ist Aufgabe
des Computerinstallateurs, sicherzustellen, dass die erhöhten
Anforderungen, die seine Technik an das Gebäude stellt, auch erfüllt
werden. Wer hier blind in einem zwar korrekt, aber EDV-ungünstig
verdrahteten Gebäude arbeitet, darf sich nicht wundern, wenn
Ströreinstrahlungen, unerklärliche Systemabstürze und Blitzschäden ihm
angelastet werden. Das Hauptproblem liegt dabei in der Führung der
Erdleitung (genannt “PE”, das ist der gelb-grüne Leiter in der
Elektroinstallation).
Die Funktion dieses Leiters ist jedem Techniker klar: Wenn durch
einen Defekt eine 230V-führende Leitung Kontakt zum Metallgehäuse einer
Lampe oder eines Computers bekommt, dann kann sich der Anwender
elektrisieren. Um das zu vermeiden, werden alle Metallteile mit dem
gelb-grünen PE-Leiter verbunden, der selbst an Erdpotential liegt. Der
oben beschriebene Defekt führt dann dazu, dass ein Kurzschluss entsteht,
die Sicherung auslöst und keine Gefahr für Menschen besteht.
Was jedoch kaum einem EDV-Fachmann klar ist: Diese
Sicherheitsfunktion des PE-Leiters ist auch dann gegeben, wenn der
PE-Leiter an beliebig vielen Stellen mit dem ebenfalls geerdeten N-Leiter
verbunden ist und einen “kombinierten” PEN-Leiter bildet (sogenanntes
TN-C-System, siehe Bild unten). Solche Kopplungen sind normgerecht und
führen zu Kostensenkungen, weil an Stelle eines 5adrigen nur noch ein
4-adriges Kabel verlegt werden muss. Keine Glühbirne und kein Kühlschrank
ist dadurch in irgendeiner Weise zu beeindrucken.
Quelle:
© Wiesemann & Theis GmbH
Internet: www.wut.de
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Anders jedoch EDV-Geräte:
PE- (Schutzleiter) und N-Leiter (Rückleiter für sämtliche
Stromverbraucher im ganzen Gebäude) verlaufen nun plötzlich
gemeinsam (als PEN-Lei-ter). Wer nun PC und CNC-Steuerung verbindet,
schaltet parallel zu der bestehenden PE/N-Kopplung auch noch
zusätzlich sein Datenkabel.
Der Strom von Glühbirnen,
Schaltnetzteilen, Klimaanlagen, Maschinen usw. kann sich plötzlich
aussuchen, ob er den richtigen Weg über den PEN-Leiter oder lieber
das RS232-Kabel zwischen PC und Fräsmaschine oder vielleicht eine
günstig liegende Rohrleitung nutzen möchte. Die Folgen sind zwar
keine schädlichen Überspannungen, aber Ströme von oft
mehreren Ampere über Datenkabel und selbst über Gasleitungen.
Und weil immer mehr elektronische Vorschaltgeräte vor
Leuchtstoffröhren, Schaltnetzteile usw. eingesetzt werden, ist der
Stromfluss nicht sinusförmig mit “gemütlichen” 50Hz, sondern
beinhaltet erhebliche Hochfrequenzanteile. Wenn solche Ströme
unplanmäßig durch die Abschirmungen der Datenleitungen fließen, dann
wirkt das genauso, als wäre ein unregelmäßig arbeitender
Hochfrequenz-Störsender direkt in das Computersystem integriert. |
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Solche Effekte sind leider kaum lokalisierbar. Eine Vielzahl
elektrischer Verbraucher wird zu unregelmäßigen und unvorhersagbaren
Zeiten ein- und ausgeschaltet, so dass der störungsverursachende Einfluss
im Zweifelsfall immer dann nicht vorhanden ist, wenn der
Computerspezialist z.B. mit einer Strommesszange solchen unerwünschten
Stromflüssen auf die Spur kommen will.
Wer EDV installiert, muss demnach durch
zwei Maßnahmen sicherstellen, dass er nicht die Probleme des Elektrikers
"erbt":
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Der Computerspezialist muss - bevor er einen Handschlag tut -
feststellen, ob die Elektroinstallation gemäß VDE 0100, Teil 540,
Abschnitt C.2 als TN-S-System realisiert ist; mit
getrennter Führung von PE und N, so dass keine parasitäten Ströme
über seine Datenkabel möglich sind. In mehr als jedem zweiten
deutschen Gebäude bedeutet das, dass der Elektriker nochmals
gerufen werden muss, bevor die Computerinstallation beginnen kann.
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Der Computerinstallateur kann selbst kaum feststellen, ob die
Gebäudeelektrik wirklich an allen Stellen konsequent einem
TN-S-System entspricht. Auch wenn die Installation heute
einwandfrei ist, kann der EDV-Lieferant sich nicht darauf
verlassen, dass nicht beim nächsten Eingriff ein nicht ausreichend
unterrichteter Elektriker wieder eine Verbindung zwischen N und PE
herstellt.
Wer Computer installiert, kann sich
dauerhaft nur dadurch absichern, dass er potentialfreie
(isolierte) Schnittstellen einbaut.
Nur so erreicht
man ein hohes Maß an “Entkopplung” zwischen EDV und
Elektroinstallation und vermeidet, von der Sorgfalt der jeweils
gerufenen Elektriker abhängig zu werden.
Quelle:
© Wiesemann & Theis GmbH
Internet: www.wut.de |
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In der Praxis wird man bei Neubauten in jedem Fall ein TN-S-Netz
vorsehen - die Mehrkosten sind nicht der Rede wert. In existierenden
Gebäuden dagegen kann der Computerinstallateur nur selten eine
völlige Überarbeitung der Elektroinstallation durchsetzen.
Insbesondere, wenn Gewerbebauten nur gemietet sind, wird es kaum
gelingen, zunächst den Betriebsinhaber und dann auch noch den
Gebäude-Vermieter davon zu überzeugen, dass seine voll
funktionsfähige Elektroinstallation nur “Glühlampen-Niveau” besitzt,
in VDE-Druckschriften als “nicht EMV-freundlich” bezeichnet, aber
dennoch zugelassen wurde... !
Wenn die Elektroinstallation nicht geprüft / korrigiert werden
kann, müssen isolierte Schnittstellen/ Datenisolatoren / Lichtleiter
eingesetzt werden. Anderenfalls fließt auf jeden Fall ein Teil des
Rückstroms von Leuchtstoffröhren, Maschinen oder Klimaanlagen
parasitär über die Abschirmungen von Daten- oder Netzwerkkabeln. Das
Computersystem zeigt sporadische Fehlfunktion.
Hier kann der Computerinstallateur durch Einsatz isolierter
Schnittstellen eine problemlos funktionierende EDV realisieren, ohne
unangenehme und geschäftsschädigende Forderungen an den Kunden zu
stellen. EDV-Firmen sollten den Einsatz isolierter Schnittstellen zu
einem Unterscheidungsmerkmal machen und sich sogar in öffentlichen
Ausschreibungen mit solchen Zusatz-Vorschlägen hervorheben.
Die hier beschriebenen Effekte sind jedem Techniker sofort
verständlich und sie sind nachprüfbar. Namhafte
Versicherungsgesellschaften geben Informationsschriften und sehr
anschauliche CD-ROMs heraus, auf die sich der Fachhändler beziehen
kann. Wir haben eine kleine Zahl solcher Informationen, die wir
Ihnen auf Anforderung gern kostenlos zusenden.
Kleine Information am Rande: Die Großzügigkeit,
eine fast unbrauchbare Elektroverdrahtung in Gewerbebauten
zuzulassen, bezieht sich nur auf Gebäude der freien Wirtschaft -
schon 1985 schreibt VDE 0800 Teil 2/07.85 vor: “Für Fernmeldeanlagen
der Deutschen Bundespost mit übertragungstechnischen Einrichtungen
und bei der Deutschen Bundesbahn wird bei der Schutzmaßnahme Nullung
(TN-System) der besondere Schutzleiter (PE) im gesamten Gebäude
(d.h. TN-S-System) gefordert, weil damit Funktionsstörungen leichter
vermieden werden können."
Und das Beste: Der vernünftige Einsatz isolierter
Schnittstellen verteuert die Gesamtanlage nur ganz unwesentlich:
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Netzwerke
sind bereits isoliert. Der Installateur muss nur darauf achten,
dass es so bleibt.
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Druckerschnittstellen
müssen nicht isoliert werden, solange der Drucker direkt neben dem
PC steht und an die gleiche Steckdose angekoppelt ist.
Anderenfalls muss ein isolierter Leitungstreiber eingesetzt
werden. Und zwar auch dann, wenn die einfache Verlängerung des
Druckerkabels auf den ersten Blick zu funktionieren scheint!
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- Serielle
Schnittstellen (RS232, RS422, RS485,...) dienen in der Regel
zum Anschluß von Geräten, die etwas weiter entfernt stehen.
Hier
sollte darauf geachtet werden, dass Schnittstellenkarten
eingekauft werden, in die Isolatoren eingebaut sind. Diese Karten
sind voll kompatibel und lassen sich direkt gegen unisolierte
Modelle austauschen.
Merke: Nichts geht über die galvanische Trennung
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Alternativ können auch Isolatoren
in das Datenkabel eingefügt werden, wenn die Schnittstelle bereits
vorhanden ist und lediglich die Isolation nachgerüstet werden
soll. Isolierende Zwischenstücke gibt es in Ausführungen mit
Isolationsspannungen von bis zu 50kV. Solche Modelle können sogar
in problematischen Installationen eingesetzt werden und verhindern
zusätzlich Schäden durch entfernte Blitzeinschläge.
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Lichtleiter
leiden heute zu Unrecht unter negativen Vorurteilen. Die Zeiten,
in denen sündhaft teure Spezialstecker eingesetzt und die
Kabelenden quasi unter Laborbedingungen geschliffen und poliert
werden mussten, sind vorbei. Jeder EDV-Installateur ist heute gut
beraten, anstelle eines RS232-Kabels ein Lichtleiter-Kabel
einzusetzen, bei dem unsichtbare Adapter an jedem Ende die
RS232-Kompatibilität herstellen. Wer bereits
Lichtleiter-vorgeschädigt ist, sollte es testen: Moderne
Lichtleiter sind tatsächlich einfacher und schneller installiert,
als herkömmliche Kupferkabel!
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Tipp: Ärgern Sie sich nicht darüber, dass immer mehr PC-Probleme
(“unerklärliche Abstürze”) gelöst werden müssen, die noch vor einem Jahr
als “unlösbar” akzeptiert wurden. Lassen Sie es nicht darauf ankommen,
welche Ihrer Installationen in den nächsten Monaten Probleme macht.
Machen Sie es doch zu Ihrem Wettbewerbsvorteil, ausschließlich
isolierte Schnittstellen einzusetzen, und berufen Sie sich auf die
hervorragend gestalteten Informationsschriften der Versicherer, die wir
Ihnen gern als Argumentationshilfe für Ihre Kundengespräche
zusenden.
Quelle:
© Wiesemann & Theis GmbH,
Irrtum und Änderungen vorbehalten |