Ethernetverkabelung 10 Base T
10 Base T (UTP Unshielded Twisted Pair)
Weitere Informationen über diesen IEEE Standard finden
Sie hier: www.ieee.org
Die Schwierigkeiten der Koaxialbasierenden Netze veranlassten die Entwickler über
Alternativen nachzudenken. Wir erinnern uns, 10 Base 2 als auch beim 10 Base 5 steht das
ganze Netzwerk, wenn das Medium durchtrennt wird oder ausfällt.
 |
Die Lösung war ein System, bei dem jeder eigene Rechner ein eigenes
Kabel erhielt, welches an einen zentralen Kasten angeschlossen werden sollte, die
Sternverkabelung. Hier konzentrierte sich das gesamte Netzwerk, weshalb dieser Kasten auch
Concentrator genannt wurde. Als Kabel kam ein Nachfolger des amerikanischen Telefonkabels
zum Einsatz, welches achtadrig und paarweise verdrillten ist. Diese paarweise Verdrillung
ist einfach aber effektiv wenn es um Störfestigkeit geht. Jedem Bastler ist bekannt, dass
das Lautsprecherkabel im Auto, sofern es verdrillt ist, erheblich zur Störfestigkeit
beiträgt. |
Dieses Kabel, wegen der verdrillten Paare auch Twisted Pair genannt, wurde
ursprünglich ohne eine weitere Abschirmung verwendet. Je ein Kabelpaar wurde für Sende-
und Empfangskanal genutzt. Das bedeutet, dass früher ein einfaches vieradriges paarweise
verdrilltes Telefonkabel als Netzwerkkabel ausreichte. Wie gesagt früher,
heutige Twisted Pair Kabel (TPK) sind mit einfachen Telefonkabeln nicht mehr
vergleichbar. Auch heute sind Vernetzungen mit UTP Kabeln der KAT 5 noch
geläufig.
10 Base T (STP Shielded Twisted Pair)
| Mit der weiteren Entwicklung wurde vom vieradrigen ungeschirmten
Kabel Abstand genommen und vermehrt achtadriges, verdrilltes und abgeschirmtes Kabel
verwendet. Hier sprechen wir von STP (Shielded Twisted Pair). Dieses Kabel konnte neben
den Sende- und Empfangsdaten auch Steuerdaten vom zentralen Hub oder Concentrator
übertragen und zur Leistungsoptimierung eingesetzt werden. Heute werden
sehr oft solche hochwertigen Kabel verbaut. UTP ist allerdings damit
immer noch nicht aus dem Rennen und wird noch eingesetzt. |
 |
Als Anschluss kam der sogenannte RJ-45 Stecker zum Einsatz, einer Weiterentwicklung des
amerikanischen RJ-11 Telefonsteckers. Dieser Stecker hat sich bei uns in Deutschland dank
der Europäischen Union auch gegen den Wunsch der damaligen Deutschen Bundespost zum
Standard entwickelt. Die Abbildung zeigt ein geschirmtes TP Kabel. Oftmals kommt
heute auch das mehrfach abgeschirmte Twisted Pair Kabel zum Einsatz. Dieses Kabel ist
doppelt geschirmt und wird daher auch als SSTP-Kabel bezeichnet. Die besonders gute
Abschirmung der SSTP Kabel prädestiniert es für den Einsatz in belasteten Umgebungen, in
denen sonst bestenfalls noch Glasfaser zum Einsatz käme.
Entwicklung Twisted Pair
Nunmehr war es an der Zeit für die Definition eines Standards für Twisted Pair
Verkabelungen, die IEEE schuf den Standard 10 Base T.
Auch hier steht 10 für eine Übertragungsgeschwindigkeit von 10 Mbit/s und das
"T" für Twisted Pair. Selbstverständlich sind heute auch ganz
andere Übertragungsgeschwindigkeiten üblich, beispielsweise 100 Mbit/s.
Die ersten Giga Bit Systeme dürften auch schon langsam Marktreif sein.
Jeder Rechner oder Node wird hierbei über eine eigene Leitung, einem eigenen Segment
angeschlossen. Die maximale Länge wurde auf 328 Fuß festgelegt, also fast 100 Meter.
Wenn Sie mehr über die Definitionen der IEEE lesen wollen so empfiehlt
der Autor die folgenden Links: (engl.)
Die maximale Anzahl an Leitungssegmenten wurde auf 1024 festgelegt es können demnach
1024 Nodes pro Netz betrieben werden. Ob und wie man dennoch mehr als 1024 Rechner pro
Netz betreiben kann werden wir noch sehen.
Maximale Ausbaustufe
Abhängig vom jeweiligen Stand der Technik ist die TP Verkabelung ein definiertes, nach
oben hin offenes System. Das heißt, dass pro Netz maximal 1024 Segmente
(Notes oder Maschinen) möglich sind.
Allerdings kann ein Segment ein einzelner Rechner sein, oder ein einzelner
Concentrator, oder eben auch ein einzelnes Netz. Je nach der eingesetzten Hardware kann
mittels Twisted Pair ein Firmennetzwerk mit mehreren hunderttausend Rechnern betrieben
werden.
Wie kann man mit einer solchen Twisted Pair Verkabelung ein größeres Netz
aufbauen ?
Stellen wir uns vor, dass unser zentraler Concentrator, nachfolgend Hub genannt,
maximal 1024 Segmente verwaltet. An jeden dieser Segmente sei nun ein Server mit zwei
Netzwerkkarten angeschlossen. Die erste Karte endet bei unserem Concentrator, die zweite
endet in einem weiteren Concentrator für 1024 Segmente. Sie können sich ausrechnen, was
wir damit für ein Netz erhalten würden. Technisch machbar ist dies, ob es Sinn macht,
sei dahingestellt.
Mit der heutigen Technik wäre der Hub durch eine lastabhängig gesteuerte Switch
ersetzt und die Server durch moderne Multi Hub Repeater. Wie wir sehen ist
mittels der modernen Vernetzungstechnik der Aufbau großer Netze
physikalisch kein Problem, allerdings ist heute der Planungs- und
Verwaltungsaufwand erheblich angewachsen. Aber dafür gibt es ja
leistungsfähige Hard- und Software.
Der Einsatz heute
Lassen Sie uns nun einen kleinen Ausblick in die heutige Technik machen. Unser
virtuelles Bürogebäude ist mit Twisted Pair Verkabelt (100 Base T). Die Verkabelung ist
mit sehr gutem CAT 5 (oder höher) Kabel erfolgt und alle Abnahmeprotokolle zeigen, dass hier Profis am
Werk waren.
|
 |
|
Jeder der vier Etagenabschnitte ist auf diese Art verkabelt. Über
die zentralen Hubs erfolgt die Netzwerkanbindung.
Aus Sicherheitsgründen wurden die Datenleitungen von Hub zu Hub doppelt ausgelegt und
die Anbindung von Hub zu Server ebenfalls redundant ausgelegt.
Hier kommt auch eine Glasfaserverkabelung zum Einsatz.
Die Etagenverteiler sind mit Switches ausgestattet, damit kann die Datenversorgung auch
lastabhängig gesteuert werden.
Die Drucker sind ebenfalls direkt an das Netzwerk gekoppelt, also Netzwerkdrucker.
Das gesamte Netzwerk basiert auf dem (derzeit aktuellen) Standardprotokoll TCP/IP es
werden also IP Adressen vergeben.
Selbstverständlich wird in unserem virtuellen Bürogebäude auf Maildienste nicht
verzichtet.
Die Internetanbindung erfolgt über die zentralen Server im Serverraum.
Über ein VPN (Virtual Private Network) erfolgt die Anbindung an die Niederlassungen im
In- und Ausland.
Dieser Serverraum ist selbstverständlich in einer eigenen klimatisierten Etage im
Keller. Eine Zugangskontrolle stellt sicher, dass Unbefugte keinen Zugang haben.
Die Administration des Netzwerkes ist ebenfalls hier in einem eigenen Büro zu finden.
Hier erfolgt auch die zentrale Datensicherung und der Virenschutz.
Für Überwachungsaufgaben und Prüfaufgaben ist passende zugelassene Software
vorhanden, die Einhaltung des Lizenzrechtes wird zentral überwacht.
Eine unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV oder UPS genannt) garantiert den
Servers den lebensnotwendigen Strom.
Sicherheitsüberprüfungen und Übungen stellen sicher, dass auch im Brandfalle oder
bei anderen Unglücken die Firma auf ihre Daten zugreifen kann.
Einen Ausschnitt unseres virtuellen Gebäudes sehen Sie hier:
|

Abbildung: Gebäudeverkabelung mittels Twisted Pair
|
|
|